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Vietnam an der Spitze der Outsourcing-Standorte

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Vietnam profitiert von den gestiegenen Lohnkosten in China und rückt auf den ersten Platz  |  Indien bleibt der größte Standort für die Auslagerung von Geschäftsprozessen  |  Die Wachstumsraten der Philippinen übertreffen die Indiens und stärken die Position des Inselstaates in puncto Outsourcing  |  Neue Mitspieler punkten mit internationaler Sprach- und Netzwerkkompetenz

Vietnam ist weltweit der beste Standort für Outsourcing-Aktivitäten. Dies hat die jüngste Untersuchung des internationalen Immobilienberatungsunternehmens Cushman & Wakefield (C&W) ergeben, die nun veröffentlich wurde. In dem Report mit dem Titel „Where in the World? Business Process Outsourcing (BPO) & Shared Service Location Index“ untersucht C&W Faktoren, die den Erfolg von Outsourcing weltweit bedingen.

Entscheidungsgrundlage für Unternehmen

Für den Report analysiert Cushman & Wakefield die drei Kategorien Geschäftsumfeld, Kosten und Risiken, um die attraktivsten Outsourcing-Standorte der Welt zu ermitteln. Verschiedenste Faktoren fließen in das Ranking ein, die auch unterschiedlich gewichtet werden. Dazu zählen politische und ökonomische Risiken, Energiesicherheit, Korruption, Produktivität, Lohn- und Immobilienkosten, Sprachkompetenz und IT-Infrastruktur.

Das Ranking [siehe auf Seite 5] berücksichtigt die 36 Länder, die in den vergangenen fünf Jahren die höchsten Zuflüsse an ausländischen Direktinvestitionen im BPO-Segment verzeichnen konnten und in denen darüber hinaus auch die meisten Outsourcing-Jobs geschaffen wurden.

Vietnam auf Platz eins

Auf Platz eins der diesjährigen Rangliste steht Vietnam. Der Wirtschaftsstandort punktet vor allem mit niedrigen Kosten, wird aber für Investoren auch aufgrund einer Vielzahl von angestoßenen politischen und wirtschaftlichen Reformen zunehmend attraktiv. Das politische Risiko sinkt in Vietnam spürbar. Gleichzeitig steigt der Bildungsgrad der insgesamt jungen und wachsenden Arbeitnehmerschaft merklich. Ein weiteres Plus für diesen Standort erklärt Richard Middleton, Chef des Bereichs Occupier Services APAC (Asien/Pazifik) und EMEA (Europa/Naher Osten/Afrika) bei C&W: “Vietnam ist zwar nicht der billigste Outsourcing-Standort, kann aber im Vergleich mit anderen Regionen sehr wohl mithalten. Dabei haben die Lohnerhöhungen in Indien und China einen großen Anteil daran, dass Vietnam nun auf den ersten Platz gerückt ist. Indien bleibt aber der weltgrößte Markt für Outsourcing - trotz steigender Kosten und trotz aller Bedenken einer Überhitzung.“

Philippinen stärkster BPO-Wachstumsmarkt

Um einen Platz nach vorn haben sich die Philippinen geschoben, die nun den zweiten Rang einnehmen. Im vergangenen Jahr hat dieser Standort einen Umsatz von 15 Mrd. US-Dollar im BPO-Segment verzeichnen und damit Indien überholen können. Auch die Philippinen haben von den steigenden Löhnen in Indien profitiert: So hat das Land mittlerweile 70 % der indischen Voice- und Call-Center-Aktivitäten übernommen. Zu dieser Entwicklung haben auch die sehr guten englischen Sprachkenntnisse der lokalen Arbeitnehmerschaft beigetragen. Rund 470.000 englischsprachige Absolventen schließen jährlich ihre College-Ausbildung ab, 92,5 % der einheimischen Bevölkerung beherrschen die Sprache. Darüber hinaus ist das englische Idiom der Philippiner in den Vereinigten Staaten sehr beliebt.

Aufsteiger aus Europa

Unter den Top-36-Standorten befinden sich auch 15 europäische Länder.

Litauen, das seit diesem Jahr zum Euro-Raum zählt, wurde zum ersten Mal im Ranking erfasst. Das Land stieg direkt auf Platz elf ein. Es ist die beste Platzierung, die je ein Land bei Ersteinstieg in der C&W-Analyse erreicht hat.

Richard Middleton kommentiert: “Litauen ist für Outsourcing-Dienstleister eine gute Wahl. Der Standort profitiert von niedrigen Kostenstrukturen, einem wettbewerbsfähigen und umfangreichen Arbeitskräftereservoir sowie einer hohen Sprachkompetenz der Arbeitnehmerschaft. Hinzu kommt eine beeindruckend gute Ausstattung mit Infrastruktur- und Kommunikationstechnik.“

Vor Litauen konnten sich Bulgarien (Platz drei), Rumänien (Platz vier) und Ungarn (Platz neun) im internationalen Ranking platzieren. Vor allem ein attraktives Geschäftsumfeld in Kombination mit vergleichsweise günstigen Kosten hat zu diesen Platzierungen unter den Top-10 beigetragen.

Deutschland ist in der Rangliste vom 29. auf den 25. Platz gestiegen. Das geringe wirtschaftliche und politische Risiko – in dieser Kategorie liegt Deutschland hinter Kanada und den USA auf Rang drei weltweit – war maßgeblich für diese Platzierung. Begünstigend wirkt darüber hinaus das insgesamt attraktive Geschäftsumfeld. In dieser Kategorie belegt Deutschland einen guten achten Platz. Die im internationalen Vergleich höheren Kosten (Rang 27) sind für eine Platzierung im unteren Mittelfeld des Gesamt-Rankings verantwortlich. Hier liegt Deutschland vor etablierten Volkswirtschaften wie dem Vereinigten Königreich (Rang 27), Kanada (Rang 29) und der USA (Rang 32).

Erfahrung und Kreativität sprechen für Brasilien

In Süd- und Mittelamerika sind die attraktivsten BPO-Standorte Peru (Rang fünf), El Salvador (Rang sieben) und Brasilien (Rang acht). Brasilien rückt vom 18. auf den achten Platz vor. Hinsichtlich der Größe dieses Marktes sowie der Erfahrung und Kreativität der Arbeitskräfte im Umgang mit innovativen Technologien und Dienstleistungen ist Brasilien führend in der Region. Mark Wanic, der bei C&W den Bereich Occupier Services für den amerikanischen Kontinent leitet, führt aus: „Zwar kann Brasilien massenmarkttaugliche Outsourcing-Dienstleistungen bieten, allerdings haben höhere Steuern und Unterbringungskosten dazu beigetragen, dass Outsourcing-Volumina an Länder wie Mexiko und Kolumbien verloren gingen. Diese entwickeln sich in Sachen Kosten zu einem attraktiven Wettbewerber im Großraum Mittel- und Südamerika.“

Die weltweiten Trends

Kosten: Inflation und steigende Lohn- und Immobilienkosten in etablierten Outsourcing-Märkten wie China und Indien machen neue, sich entwickelnde Regionen attraktiver.

Wertsteigerung: Anbieter von Outsourcing konzentrieren sich nicht mehr ausschließlich auf Kostenreduzierung, sondern lenken ihren Fokus zunehmend auf Innovationen und verbesserte Kundenbetreuung.

Energiesicherheit: Russland gilt in dieser Hinsicht als unzuverlässiger Partner; es könnte jederzeit Europa den Gashahn zudrehen. Länder, die vom russischen Energiemarkt abhängig sind, werden zur risikoreichen Option für neue Outsourcing-Projekte.

Effizientere Outsourcing-Lösungen: Outsourcing-Anbieter kombinieren vertikale Lösungen (wie Schadensbearbeitung, Weiterverarbeitung von Gesundheitszahlungen und Kreditportfolio-Management) mit horizontalen Lösungen wie Gehaltsabrechnungen, Personaldienstleistungen und Logistik).

Sprachkompetenz: Angesagt bei BPO-Dienstleistern sind sofort einsatzfähige Arbeitskräfte, gut ausgebildet und sprachlich versiert. 

Gesamt-Ranking der weltweit besten Outsourcing-Standorte 2015

Quelle: Report “Where in the World? Business Process Outsourcing
(BPO) & Shared Service Location Index” Cushman & Wakefield, 2015