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Neuer Report zeigt: Entwicklung von Fachmarktzentren zieht europaweit an

  • 2016 entstehen 50 % mehr Mietflächen in Fachmarktzentren als im Vorjahr
  • Flächenwachstum vor allem in Frankreich, Italien und Großbritannien
  • Marktteilnehmer, die bisher die begehrten Innenstadtlagen präferieren, loten Fachmarktzentren aus
  • Deutschland und Frankreich verfügen über rund 70 % der Fachmarktflächen in Westeuropa

 

Das Interesse an Fachmarktzentren steigt innerhalb Europas deutlich. Dies zeigt der aktuelle „European Retail Park Development Report“ von Cushman & Wakefield, der heute veröffentlicht wurde. Demnach entstehen bis Ende dieses Jahres 1,3 Mio. m² neue Einzelhandelsflächen in Fachmarktzentren und damit 50 % mehr als 2015.

Die Analysten des Immobilienberaters gehen außerdem davon aus, dass 2017 weitere 1,1 Mio. m² Mietflächen hinzukommen werden. Dies entspricht einem weiteren Wachstum gegenüber den 836.000 m², die 2015 europaweit entstanden. Damit werden in Europa die Einzelhandelsflächen in Fachmarktzentren von Anfang 2016 bis Ende 2017 von 37,3 Mio. m² auf knapp 40 Mio. m² steigen. Von den 2,41 Mio. m² geplanten Einzelhandelsflächen entfallen 2,06 Mio. m² auf Westeuropa und 0,35 Mio. m² auf Mittel- und Osteuropa. Die Franzosen bleiben bei der Entwicklung von Fachmarktzentren europaweit führend: 54 % der neuen Einzelhandelsflächen in Westeuropa entfallen auf Frankreich, 17 % auf Großbritannien und 10 % auf Italien.

Martin Supple, EMEA-Out of Town Retail Partner bei Cushman & Wakefield, erklärt: „Europaweit steigt bei Verbrauchern die Nachfrage nach leicht erreichbaren Fachmarktzentren, die sich durch ein hochwertiges gastronomische Angebot sowie ansprechendes Ambiente auszeichnen. Damit werden diese Zentren zunehmend für Einzelhandelsunternehmen interessant, die sich traditionell in guter Innenstadtlage ansiedeln, wie zum Beispiel H&M und Zara.“

Die wichtigsten Trends am europäischen Markt auf einen Blick:

  • Wachsende Nachfrage bei Verbrauchern und Einzelhändlern nach leicht erreichbaren Fachmarktzentren in guter Lage
  • Steigerung der Attraktivität der Fachmarktzentren durch die Erweiterung des Einzelhandelssortiments, des hochwertigen gastronomischen sowie Freizeit- und Unterhaltungsangebots
  • Zunahme von flächenmäßig kleineren Fachmarktzenten mit lokal begrenzter Abdeckung
  • Veränderung der Mieterstruktur mit einer wachsenden Anzahl von Betreibern, die bisher als Standorte für ihre Geschäfte bevorzugt die Innenstadt und Einkaufszentren auswählten

Laut Martin Supple werden Fachmarktzentren europaweit für Investoren und Mieter auch aufgrund der verhältnismäßig niedrigen Mietpreise, der flexiblen Flächengestaltung sowie der besseren Logistikstruktur zur Belieferung der Geschäfte immer attraktiver. Die Verbraucher fühlten sich dagegen von den Fachmarktzentren durch das Konzept des One-Stop-Shoppings sowie kostenlosen Parkplätzen angezogen. „Beides trägt dazu bei, dass die Entwicklungspipeline derzeit auf Hochtouren läuft“, sagt Supple.

  

Deutscher Markt zurückhaltend

Deutschland verzeichnete laut Report im Vergleich zum Vorjahr mit 71 % einen deutlichen Rückgang beim Flächenzuwachs durch neue Fachmarktzentren. „Wir haben hierzulande mit 8,5 Mio. m² bereits einen sehr großen Bestand an Fachmarktflächen und liegen im europäischen Vergleich an zweiter Stelle hinter Frankreich“, sagt Ursula-Beate Neißer, Leiterin Research für Deutschland bei Cushman & Wakefield in Frankfurt. „Dies entspricht einem Anteil von rund 20 % am gesamten Flächenbestand der Fachmarktzentren in Europa.“ In Deutschland wurden 2015 insgesamt acht neue Fachmarktzentren mit mehr als 5.000 m² Fläche eröffnet, darunter zum Beispiel das Fachmarktzentrum am ehemaligen Güterbahnhof in Bensheim oder das Saalbach-Center in Bruchsal. 2016/2017 werden deutschlandweit insgesamt mindestens sieben weitere Fachmarktzentren dazu kommen.